Franz-Kroller-Sternwarte Traiskirchen

Der Sonnenlauf

 

Auch wenn man sie nicht sieht sind während des Tages genauso viele Sterne am Himmel wie in der Nacht. Die Sonne bewegt sich relativ gesehen zu diesen Sternen und Sternbildern, wobei sie den Tierkreis durchläuft. Natürlich ist die Bewegung der Sonne nur eine Täuschung, in Wahrheit läuft die Erde um die Sonne und wir sehen die Sonne immer wieder aus einer anderen Richtung bzw. vor einem neuen Hintergrund.

 

In den ersten Tagen des Jahres 2020 kommt es, wie jedes Jahr, zur größten Annäherung der Erde an die Sonne auf ihrer elliptischen Umlaufbahn. Im weiteren Verlauf des Jänner tritt die Sonne in den Steinbock über. Im Februar passiert der Wechsel in den Wassermann, ehe es im März vor der Kulisse der Fische weitergeht. Der Frühling naht!

Im März überschreitet die Sonne den Himmelsäquator Richtung Norden – Der Frühling beginnt.

Nun geht es mit großen Schritten Richtung Sommer! Die Sonne befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Sternbild der Fische. Weiter führt ihre Reise durch die Sternbilder Widder (ab Mitte April) und Stier (Mitte Mai), ehe sie rund um den Sommerbeginn (am 20. Juni) in die Zwillinge wechselt.

Von dort führt sie ihr Weg weiter durch den Krebs und den Löwen zur Jungfrau. Am 22. September erreicht die Sonne wieder den Himmelsäquator. Das ist gleichbedeutend mit Tag– und Nachtgleiche und dem Herbstbeginn.

Die Sonne durchläuft dann die Sternbilder Skorpion und den Schlangenträger, ehe sie wieder im Schützen angelangt. Am 21. Dezember können wir den tiefsten Sonnenstand des Jahres beobachten – Winterbeginn!

 

Wann kann die Sonne beobachtet werden? Wir bieten jeden ersten Sonntag im Monat (ausgenommen Sommerpause Juli und August) um 10:30 Uhr Tagbeobachtungen an. Wir haben spezielles Equipment, durch das eine gefahrlose Beobachtung der Sonne möglich ist. Weitere Möglichkeiten bieten sich im Juni an den Abendterminen, wenn die Sonne erst nach 20 Uhr untergeht.

 

 

Der Mond

 

Der Mond braucht rund vier Wochen, um die Erde einmal zu umkreisen (daher die Bezeichnung Monat, abgeleitet vom Mond!). In dieser Zeit durchläuft er einmal den kompletten Zyklus von Neumond, zunehmend bis Vollmond und wieder abnehmend bis Neumond. Zu Vollmond kann es zu einer Mondfinsternis kommen, bei Neumond zu einer Sonnenfinsternis (siehe Rubrik "Großereignisse" weiter unten). Zudem verdeckt der Mond manchmal Planeten oder helle Sterne.

 

Wann beobachtet man am besten den Mond? Neumond ist unbeobachtbar (er fällt uns nur bei einer Sonnenfinstnis auf), aber auch Vollmond ist ungünstig (zu wenig Kontraste). Optimal ist eine schmale Sichel bis zu zwei Drittel Beleuchtung. Um den Mond am Abend beobachten zu können muss er zunehmend sein (dann ist er bei Sonnenaufgang schon über dem Horizont; abnehmender Mond geht hingegen erst nach Sonnenuntergang (schlimmstenfalls früh morgens) auf.

 

Dieses Jahr finden mehrere partielle Mondverfinsterungen statt. Die einzig komplett beobachtbare partielle Mondfinsternis ist 10. Jänner! Details siehe am Ende dieser Seite.

 

 

Die hellen Planeten

 

Die Sichtbarkeitsperioden der Planeten halten sich nicht an fixe Termine, sie ändern sich von Jahr zu Jahr, abhängig vom Lauf der Planeten um die Sonne. Für 2020 gelten folgende Termine für Sichtbarkeiten am  Himmel:

 

Merkur zeigt sich von Ende Jänner bis ins zweite Februardrittel abends, ebenso von Mitte Mai bis ins erste Junidrittel. Von Mitte Juli bis Anfang August ist er dann morgens zu beobachten, ebenso wie nahezu den ganzen November.

 

Venus ist am Abendhimmel bis Anfang Mai zu beobachten, ab Ende Juni bis Jahresende dann abends.

 

Jupiter und Saturn sind ab Februar morgens zu sehen, ab April dann in der zweiten Nachthälfte, in den Monaten Juli und August fast die ganze Nacht und ab Ende September in der erste Nachthälfte. Im Dezember sind die beiden größten Planeten noch kurz abends beobachtbar.

 

Wann können Planeten beobachtet werden? Am besten an den Abendterminen, wenn sich der entsprechende Planet über dem Horizont befindet. Venus, Jupiter und Saturn geben aber auch bei den Tagbeobachtungen respektable Objekte ab, wenn sich der entsprechende Planet über dem Horizont befindet. Allerdings sind sie nur dann gefahrlos zu beobachten, wenn sie sich weit genug von der Sonne weg befinden.

 

 

Der Sternenhimmel

 

Die Abfolge der Sternbilder ist jedes Jahr dieselbe. Manche Sternbilder (Kassiopeia, großer und kleiner Bär...) kann man das ganze Jahr über sehen, andere nur zu bestimmten Jahreszeiten. Gleichzeitig kann man die in ihnen enthaltenen Objekte (Sternhaufen, Nebel, Galaxien...) nur zu bestimmten Zeitpunkten sehen. Bei einem Besuch der Sternwarte gibt es also immer wieder Neues zu entdecken!

 

Jahresbeginn

Das Wintersechseck (Kapella im Sternbild Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier) ist abends im Südwesten auszunehmen. Es verschiebt sich von Tag zu Tag weiter westwärts. Dafür rückt von Südosten das Frühlingsdreieck nach: Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arkturus im Bärenhüter.

 

Frühling

Typisch für den Frühling ist das Frühlingsdreieck im Süden, das von den Sternen Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arkturus im Bärenhüter gebildet wird.

 

Sommer

Im Sommer steht abends das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler am Himmel hoch im Süden bis Südosten. Beinahe über uns finden wir den Großen Wagen.

 

Herbst

Im Lauf des Jahres wandert das Sommerdreieck immer weiter westwärts und macht Platz für das Herbstviereck, bestehend aus vier arabisch benannten, eher unspektakulären Sternen im Gebiet von Andromeda und Pegasus.

 

Winter

Schlussendlich kommt wieder das Wintersechseck (Kapella im Sternbild Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier), das den südlichen Platz zum Jahresende einnimmt.

 

Wann kann man Sterne, Sternbilder und die darin enthaltenen Sternhaufen, Nebel, Galaxien... beobachten? Sobald die Dämmerung weit genug fortgeschritten ist. Vorzugsweise dann, wenn kein oder nur ein schmaler Mond am Himmel zu sehen ist (z.B. bei abnehmenden Mond, der geht erst später auf). Die schönsten Objekte bietet der Herbst, wenn unsere Nachtseite in Richtung Milchstraßenzentrum liegt. Die besten Beobachtungsbedingungen bieten sich jedoch im Winter, wenn es draußen kalt ist und die Luft wenig Feuchtigkeit enthält.

 

 

Kometen, Sternschnuppen und Co.

 

Kometen gibt es eigentlich ständig am Himmel, aber nur wenige werden so hell, dass sich eine Beobachtung ohne Kamera auszahlt. Leider sind für 2020 derzeit keine außergewöhnlichen Kometen angekündigt.

 

Sternschnuppen wird man vereinzelt immer wieder sehen können, die großen Häufungen treten alljährlich um den 4. Jänner (Quadrantiden), 6. Mai (Eta–Aquariden), 12./13. August (Perseiden), 18. November (Leoniden) und 14. Dezember (Geminiden) auf.

 

Wann kann man Kometen und Sternschnuppen beobachten? Kometen nur bei dunklem Himmel, möglichst wenn kein oder nur ein schmaler Mond am Himmel zu sehen ist (z.B. bei abnehmenden Mond, der geht erst später auf).

Sternschnuppen kann man mit dem Teleskop nicht beobachten. Hier setzt oder legt man sich in den Stunden nach Mitternacht bis Beginn der Morgendämmerung (da treten mehr Sternschnuppen auf als vor Mitternacht) an einen lauschigen Ort mit möglichst wenig Umgebungshelligkeit und blickt nach oben. Auch hier sollte möglichst kein Mond am Himmel sein (Neumond, zunehmender Mond bis max. Halbmond (geht gegen Mitternacht unter)).

 

 

Vorschau auf Großereignisse 2020

 

Am 10. Jänner findet eine partielle Halbschattenmondfinsternis (92% Halbschatten) statt. Das Ereignis können Sie ab 18h00 auf der Sternwarte beobachten

 

Beteigeuze, der hellste Stern im Sternbild Orion schwächelt etwas. Das heißt seine Leuchtkraft ist deutlich zurückgegangen - vielleicht bahnt sich eine Supernova an? Beobachtungen sind jedoch im Teleskop nicht zielführend, da ein Stern lediglich ein Lichtpunkt bleibt und auch der direkte Vergleich zur ehemaligen Strahlkraft fehlt.

 

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