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Sonnenuhr

Hier gibt es alle Neuigkeiten von der Sternwarte und was sich 2018 am Himmel so tut.



Ferienspiel 2018 für Traiskirchner Kinder und Jugendliche


Sonderführung am 27. Juli: Totale Mondfinsternis!

An diesem Tag findet die längstdauernde Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts statt. Gleichzeitig ist der Mars, unweit des Mondes aufzufinden, so hell wie die nächsten 15 Jahre nicht. Die Sternwarte ist ab 20:30 für Sie geöffnet.


Der Sonnenlauf

Auch wenn man sie nicht sieht, sind während des Tages genausoviele Sterne am Himmel wie in der Nacht. Die Sonne bewegt sich relativ gesehen zu diesen Sternen und Sternbildern, wobei sie den Tierkreis durchläft. Natürlich ist die Bewegung der Sonne nur eine T&aeuml;uschung, in Wahrheit läft die Erde um die Sonne und wir sehen die Sonne immer wieder aus einer anderen Richtung bzw. vor einem neuen Hintergrund.

In den ersten Tagen des Jahres 2018 (genauer gesagt heuer am 3. Jänner) kommt es, wie jedes Jahr, zur größten Annäherung der Erde an die Sonne auf ihrer elliptischen Umlaufbahn. Im weiteren Verlauf des Jänner tritt die Sonne in den Steinbock über. Im Februar passiert der Wechsel in den Wassermann, ehe es im März vor der Kulisse der Fische weitergeht. Der Frühling naht!
Am 20. März überschreitet die Sonne den Himmelsäquator Richtung Norden – Der Frühling beginnt.
Nun geht es mit großen Schritten Richtung Sommer! Die Sonne befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Sternbild der Fische. Weiter führt ihre Reise durch Widder (ab Mitte April) und Stier (Mitte Mai), ehe sie rund um den Sommerbeginn (2018 am 21. Juni) in die Zwillinge wechselt.
Zwei Wochen später, am 6. Juli, hat die Erde ihr Aphel, den sonnenfernsten Punkt ihrer Umlaufbahn, erreicht: 152 Millionen Kilometer trennen uns dann von unserem Zentralgestirn. Von dort führt sie ihr Weg weiter durch den Krebs und den Löwen zur Jungfrau. Am 23. September erreicht die Sonne wieder den Himmelsäquator. Das ist gleichbedeutend mit Tag– und Nachgleiche und dem Herbstbeginn.
Die Sonne durchläuft die Sternbilder Skorpion und den Schlangenträger, ehe sie wieder beim Schützen angelangt ist. Am 21. Dezember können wir den tiefsten Sonnenstand des Jahres beobachten – Winterbeginn!

Wann kann die Sonne beobachtet werden? Wir bieten jeden ersten Sonntag im Monat (ausgenommen Sommerpause Juli und August) um 10:30 Uhr Tagbeobachtungen an. Wir haben spezielles Equipment, durch das eine gefahrlose Beobachtung der Sonne möglich ist. Weitere Möglichkeiten bieten sich im Juni an den Abendterminen, wenn die Sonne erst nach 20 Uhr untergeht.


Der Mond

Der Mond braucht rund vier Wochen, um die Erde einmal zu umkreisen. In dieser Zeit durchläuft er einmal den kompletten Zyklus von Neumond, zunehmend bis Vollmond und wieder abnehmend bis Neumond. Zu Vollmond kann es zu einer Mondfinsternis kommen, bei Neumond zu einer Sonnenfinsternis (siehe Rubrik "Großereignisse" weiter unten). Zudem verdeckt der Mond manchmal Planeten oder helle Sterne.

Wann beobachtet man am besten den Mond? Neumond ist unbeobachtbar (er fällt uns nur bei einer Sonnenfinstnis auf), aber auch Vollmond ist ungünstig (zu wenig Kontraste). Optimal ist eine schmale Sichel bis zu zwei Drittel Beleuchtung. Um den Mond am Abend beobachten zu können muss er zunehmend sein (dann ist er bei Sonnenaufgang schon über dem Horizont; abnehmender Mond geht hingegen erst nach Sonnenuntergang (schlimmstenfalls früh morgens) auf).


Die hellen Planeten

Die Sichtbarkeitsperioden der Planeten halten sich nicht an fixe Termine, sie ändern sich von Jahr zu Jahr, abhängig vom Lauf der Planeten um die Sonne. Für 2018 gelten folgende Termine für Sichtbarkeiten am dunklen Himmel (Venus, Jupiter, Saturn und Mars kann man auch bei blauem Himmel sehen, wenn sie nicht unter dem Horizont oder zu nahe der Sonne sind!):

In den ersten sechs Wochen des Jahres kann man versuchen Merkur am Morgenhimmel zu finden, kurz bevor die Sonne aufgeht. Mitte März gibit es eine kurze Phase, in der man ihn kurz nach Sonnenuntergang sehen könnte. Viel besser sind die Chancen jedoch Ende Juni, ebenfalls abends. Für die Frühaufsteher gibt es Ende August/Anfang September nochmals die Chance und ebenfalls eine Morgensichtbarkeit erleben wir im Dezember.

Venus ist ab Februar am Abendhimmel zu finden. Die Sichtbarkeitsperiode reicht bis in den September hinein. Ab Dezember ziert sie den Morgenhimmel.

Mars ist in den ersten Monaten morgens bzw. dann in der zweiten Nachthälfte zu sehen. Er geht immer früher auf, bis er in Juli und August fast die ganze Nacht lang zu sehen ist. Ab September verkürzt sich seine Sichtbarkeit wieder, morgens ist er dann nicht mehr zu finden.

Jupiter ist zuerst in der zweiten Nachthälfte zu sehen, im Frühling dann die ganze Nacht. Im Sommer und beginnenden Herbst sieht man ihn nur noch in der ersten Nachthälfte bzw. abends, letzte Chance ist im Oktober. Frühaufsteher können ihn in den letzten Tagen des Jahres am Morgenhimmel sehen.

Saturn zeigt sich bis Mai morgens bzw. in der zweiten Nachthälfte, ab Juni die ganze Nacht. Bis September sieht man ihn zumindest die erste Nachthälfte, ehe er im Oktober und November nur noch abends am Himmel steht.

Wann können Planeten beobachtet werden? Am besten an den Abendterminen, wenn sich der entsprechende Planet über dem Horizont befindet. Venus, Jupiter und Saturn geben aber auch bei den Tagbeobachtungen respektable Objekte ab, wenn sich der entsprechende Planet über dem Horizont befindet. Allerdings sind sie nur dann gefahrlos zu beobachten, wenn sie sich weit genug von der Sonne weg befinden.


Der Sternenhimmel

Die Abfolge der Sternbilder ist jedes Jahr dieselbe. Manche Sternbilder (Kassiopeia, großer und kleiner Bär...) kann man das ganze Jahr über sehen, andere nur zu bestimmten Jahreszeiten. Gleichzeitig kann man die in ihnen enthaltenen Objekte (Sternhaufen, Nebel, Galaxien...) nur zu bestimmten Zeitpunkten sehen. Bei einem Besuch der Sternwarte gibt es also immer wieder Neues zu entdecken!

Jahresbeginn:
Das Wintersechseck (Kapella im Sternbild Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier) ist abends im Südwesten auszunehmen. Es verschiebt sich von Tag zu Tag weiter westwärts. Dafür rückt von Südosten das Frühlingsdreieck nach: Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arkturus im Bärenhüter.

Frühling
Typisch für den Früling ist das Frülingsdreieck im Süden, das von den Sternen Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Arkturus im Bärenhüter gebildet wird.

Sommer
Im Sommer steht abends das Sommerdreieck mit Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Atair im Adler am Himmel hoch im Süden bis Südosten. Beinahe über uns finden wir den Großen Wagen.

Herbst
Im Lauf des Jahres wandert das Sommerdreieck immer weiter westwärts und macht Platz für das Herbstviereck, bestehend aus vier arabisch benannten, eher unspektakulären Sternen im Gebiet von Andromeda und Pegasus.

Winter
Schlussendlich kommt wieder das Wintersechseck (Kapella im Sternbild Fuhrmann, Pollux in den Zwillingen, Prokyon im Kleinen Hund, Sirius im Großen Hund, Rigel im Orion und Aldebaran im Stier), das den südlichen Platz zum Jahresende einnimmt.

Wann kann man Sterne, Sternbilder und die darin enthaltenen Sternhaufen, Nebel, Galaxien... beobachten? Sobald die Dämmerung weit genug fortgeschritten ist. Vorzugsweise dann, wenn kein oder nur ein schmaler Mond am Himmel zu sehen ist (z.B. bei abnehmenden Mond, der geht erst später auf). Die schönsten Objekte bietet der Herbst, wenn unsere Nachtseite in Richtung Milchstraßenzentrum liegt. Die besten Beobachtungsbedingungen bieten sich jedoch im Winter, wenn es draußen kalt ist und die Luft wenig Feuchtigkeit enthält.


Kometen, Sternschnuppen und Co.

Kometen gibt es eigentlich ständig am Himmel, aber nur wenige werden so hell, dass sich eine Beobachtung ohne Kamera auszahlt.
Für 2018 sind folgende Objekte angekündigt:
Interessant könnte der Komet "21P/Giacobini-Zinner" werden, allerdings ist er in seiner stärksten Periode bei uns unsichtbar und eher morgens zu finden.
Ähnlich hell wird "C/2017 S3 PANSTARRS", aber auch hier bleibt uns die hellste Periode verwehrt und auch sonst bleibt die Sichtbarkeit bescheiden.
Die größten Erwartungen haben wir in "46P/Wirtanen": Er erreicht Anfang Dezember 2018 seinen sonnennächsten Punkt. Das fällt zufällig mit dem Beginn der Sichtbarkeit bei uns zusammen. Jeden Abend steht er ein Stück höher in östlicher Richtung. Die exakte Entwicklung ist schwer vorherzusagen, mit ein wenig Glück reicht es für eine Sichtbarkeit mit dem freien Auge!

Sternschnuppen wird man vereinzelt immer wieder sehen, die großen Häufungen treten alljährlich um den 3. Jänner (Quadrantiden), 6. Mai (Eta–Aquariden), 12./13. August (Perseiden), 17. November (Leoniden) und 14. Dezember (Geminiden) auf.

Wann kann man Kometen und Sternschnuppen beobachten? Kometen nur bei dunklem Himmel, möglichst wenn kein oder nur ein schmaler Mond am Himmel zu sehen ist (z.B. bei abnehmenden Mond, der geht erst später auf).
Sternschnuppen kann man mit dem Teleskop nicht beobachten. Hier setzt oder legt man sich in den Stunden nach Mitternacht bis Beginn der Morgendämmerung (da treten mehr Sternschnuppen auf als vor Mitternacht) an einen lauschigen Ort mit möglichst wenig Umgebungshelligkeit und blickt nach oben. Auch hier sollte möglichst kein Mond am Himmel sein (Neumond, zunehmender Mond bis max. Halbmond (geht gegen Mitternacht unter)).


Vorschau auf die weltweiten Großereignisse 2018

Mondfinsternis am 31. Jänner
Diese Finsternis ist total, wovon wir aber leider nichts merken. Das Gebiet der Sichtbarkeit erstreckt sich von Australien über Amerika und Asien bis zur Arktis.

Sonnenfinsternis am 15. Februar
Die Sonne wird zu 60% bedeckt. Viele Menschen werden es nicht sehen, da das Schauspiel nur in Südamerika und der Antarktis mitverfolgt werden kann.

Sonnenfinsternis am 13. Juli
Wieder ist es nur eine teilweise Finsternis, diesmal werden 34% der Sonne verdeckt. Wenn sie wissen wollen wie das aussieht: Fragen Sie einen Australier oder jemanden der zu diesem Zeitpunkt in Australien war...

Mondfinsternis am 27. Juli
Endlich ein Schauspiel für uns! Es handelt sich um eine totale Mondfinsternis. Wenn der Mond in den Halbschatten der Erde tritt ist er noch unter dem Horizont, aber er geht kurz vor dem Erreichen der Totalität auf, ab dann ist der ganze restliche Ablauf der Finsternis zu sehen. Die Sternwarte ist am 27. Juli ab 20:30 Uhr geöffnet!

Sonnenfinsternis am 11. August
Die dritte partielle Sonnenfinsternis des Jahres. Anders als vor 19 Jahren (damals war es ebenfalls der 11. August) ist es keine totale Finsternis sondern "nur" eine zu drei Vierteln. Wer das sehen möchte muss sich nach Asien oder Nordamerika begeben. Oder in die Arktis.


Auf Ihr Kommen freut sich das Team der Sternwarte!